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Tollkühn mit der Tigerente zu Tal
1. Rottaler Seifenkistenrennen lockt 1000 Zuschauer an -
Sportverein leistet Pionierarbeit
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Rasant:
Mit bis zu 60 km/h flitzten die Seifenkisten-Piloten die
Rennstrecke am Mitterweg zu Tal. (Foto: Neqqache)
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Von Nadja Neqqache
Huldsessen.
Ob mit gelb- schwarzer Tigerente, rotem Marlboro-Schlitten oder
gefleckter Kuh - der Phantasie der Konstrukteure waren keine
Grenzen gesetzt beim 1. Rottaler Seifenkistenrennen. 61
Teilnehmer und etwa 50 Seifenkisten der „Marke Eigenbau“
flitzten den Mitterweg hinunter bei dieser Gaudi-Veranstaltung,
mit welcher der Sportverein eine alte Tradition zu neuem Leben
erweckte (wir berichteten).
Gestartet wurde in vier Rennklassen mit je zwei Durchläufen, in
die Wertung kam die schnellste Zeit. Die Teilnehmer kamen aus
allen Ecken Bayerns, ein Seifenkisten-Begeisterter nahm sogar
einen besonders weiten Weg auf sich und reiste von Triptis bei
Leipzig bis ins Rottal. Die Mühen der Veranstalter haben sich
gelohnt - über 1000 Zuschauer lockte das Spektakel an.
Tollkühne
Bürgermeister
Nach den Probedurchgängen am Vormittag eröffnete Unterdietfurts
Bürgermeister Richard Schneider mit dem Promilauf das Rennen.
Schneider und sein Stellvertreter Bernhard Blümlhuber rauschten
die Strecke wie Profis in bunten Kisten hinunter. Rudi Miegl,
Vorsitzender des Sportvereins, freute sich über die zahlreichen
Anmeldungen und den großen Anklang, den das Rennen gefunden hat.
Nachdem das Wetter anfangs noch nicht ganz so mitgespielt hatte,
öffnete sich die dicke Wolkendecke, als die Rennen gestartet
wurden. Den Anfang machten dabei die Kleinsten. In der
Altersklasse der Fünf- bis Siebenjährigen siegte Johannes Fliegl
aus Neuötting vor Gabriel Bischoff aus München und Theresa
Reischer aus Huldsessen.
Doch an diesem Tag stand nicht das Gewinnen, sondern eindeutig
der Spaß im Vordergrund.
Nach monatelangen Bastelarbeiten am eigenen Gefährt konnten es
die Piloten gar nicht mehr erwarten, ihre Schmuckstücke endlich
präsentieren zu können.
Auch in den weiteren Rennklassen ging es nicht nur um die beste
Zeit, sondern auch darum, wer die originellste Seifenkiste
aufzubieten hatte.
Im Anschluss an die Wertungsläufe stand noch ein ganz besonderes
Spektakel an. Beim Gaudirennen konnten besonders Mutige ihr
Können unter Beweis stellen. Ob mit Inline- Skates, City-Roller
oder Bobbycar - in rasender Fahrt ging’s über den Parcours. Mit
seinem kleinen Polizeibus siegte letztlich Organisator Franz
Reischer.
Mit Spitzengeschwindigkeiten von über 60 km/h flitzten die
bunten Kisten ins Ziel. Trotz der rasanten Fahrt und einiger
kleinerer Unfälle gab es keinerlei Verletzungen. Dafür sorgten
nicht nur ADAC und BRK, sondern auch Streckenposten.
Mit von der Partie war auch Rupert Grubwinkler, 1950 deutscher
Vizemeister und Teilnehmer an der Europameisterschaft. Der
Routinier überzeugte die Zuschauer mit seiner souveränen
Leistung. Er passierte die 400-Meter-Strecke in 37,58 Sekunden.
Ganz besonders freute sich Organisator Franz Reischer über das
Interesse der Senioren. „Viele der Rennfahrer waren schon 60 und
älter“, erzählt Reischer stolz.
Für den reibungslosen Ablauf bedankte sich SV-Vorsitzender
Rudolf Miegl bei den zahlreichen Helfern des Sportvereins, der
FFW Huldsessen, der Landjugend Huldsessen-Oberdietfurt und beim
ADAC-Kraftfahrerclub Eggenfelden.
Die Ergebnisse
Rennklasse 1:
1. Johannes Fliegl, Neuötting; 2. Gabriel Bischoff, München, 3.
Theresa Reischer, Huldsessen.
Rennklasse 2:
1. Max Strohmeier, Triptis bei Leipzig; 2. Thomas Kögl, München,
3. Veronika Reischer, Huldsessen.
Rennklasse 3:
1. Simon Eder, Eggenfelden; 2. Patrick Fuchshuber, Velden; 3.
Julia Maierhofer, Neuötting.
Rennklasse 4:
1. Nikolaus Wagenstetter, Forsting (Landkreis Ebersberg); 2.
Christian Meier, Cham, 3. Ernst Eder sen., Eggenfelden. –
Schönste Seifenkiste:
Thomas Meier, Cham;
Gewinner der Gaudi-Klasse:
Franz Reischer, Huldsessen.
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